Auf dem Weg zu einer barrierefreien Hochschule: Möglichkeiten und Grenzen der Sicherung der Teilhabe an Bildung durch Nachteilsausgleiche

Vortragende: Prof. Dr. Annett Thiele (Universität Leipzig)

Die Lebenssituation und Heterogenität von Studierenden mit Beeinträchtigungen und die sich daraus ergebenden Unterstützungsbedarfe stellen für Hochschulen noch immer eine besondere Herausforderung dar. Die studentischen Informationswege und –Zeitpunkte, die für eine angemessene Beratung notwendig sind, sind oft unklar und werden spät – meist erst nach Aufkommen größerer Probleme – in Anspruch genommen. Dabei ist es gerade für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung besonders wichtig, dass ihnen ein geordnetes und verlässliches Beratungsverfahren angeboten wird, in dem sie über ihnen zur Verfügung stehende Nachteilsausgleiche informiert werden. Auf der anderen Seite müssen aber auch Mitarbeiter_innen der Hochschulen zu Arten und Funktionen von Nachteilsausgleichen beraten und informiert werden, um mögliche Unsicherheiten im Umgang mit diesem noch immer wenig bekannten Instrument zu beseitigen. Gerade die Form der Beratung von Studierenden und Mitarbeiter_innen bieten die Möglichkeit, Nachteilsausgleiche in Lehre und Prüfung für den Dozenten/die Dozentin näher zu bringen und die Chancengleichheit für die Studierenden zu gewährleisten.

Der Vortrag greift praktische Erfahrungen auf, die die Referentin in ihrer Arbeit als Behindertenbeauftragte und Professorin an der Universität Leipzig gesammelt hat. Dabei liegt der Fokus auf folgenden drei wichtigen Fragen: Was ist ein Nachteilsausgleich? Wie werden die Bedarfe konkret festgelegt? An welche Nachteilsausgleichsbedarfe muss in Lehre und bei Prüfungen gedacht werden und wo liegen die Schwierigkeiten bei der Umsetzung?

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